leipzig /// stadt + literatur

Es gibt viele Bilder von einer Stadt wie Leipzig, viele Texte oder Textpassagen, die von ihr handeln oder in ihr spielen. Geläufig ist der Versuch, Texte mit geeigneten Bildern zu illustrieren oder Bilder mit geeigneten Zitaten zu unterstreichen. Gemeinsam ist beiden Verfahren das Streben nach einer größtmöglichen Nähe, einer möglichst weit gehenden Entsprechung von Text und Bild – im Idealfall spiegeln sie einander. In „leipzig /// stadt + literatur“ wird eine Abweichung versucht. Das Bild verdoppelt und wiederholt nicht die Textaussage, das aktuelle Bild-Motiv kommentiert das historische Zitat, verrückt und verschiebt es, ironisiert, untergräbt oder ergänzt es. Als subjektiv und spielerisch geformtes, fotografisches Echo des historischen Zitats erneuern diese Text-Bild-Konstellationen die Lektüre und Wahrnehmung unserer Stadt. Und weisen hin auf Brüche zwischen Vergangenheit und Gegenwart, auf eine Kontinuität mit Sprüngen und Abstürzen.

(Das Projekt „leipzig /// stadt + literatur“ entstand in Kooperation mit Ansgar Weber.)